![]() |
|
|||||||
| Schutzgebiete Gebiete von besonderer Bedeutung für Flora, Fauna und den Menschen |
![]() |
|
|
Themen-Optionen | Ansicht |
|
#1
|
|||
|
|||
|
Naturschutzgebiet und Modellflug, Hunde, wo bleibt da die Natur??
Hallo,
ich bin neu hier und hab mich hier eigentlich nur angemeldet um auf gleich folgende Frage eine Antwort zu erhalten. Ich bitte um ernstgemeinte stichhaltige Antworten, ich will keinen allgemeinen Streit bzw. Diskussion wegen Modellflug oder Hunden im Gegensatz zur Natur provozieren. Kurz vorweg, ich hab grade knappe 2 Stunden im Internet verbracht um über das Thema Naturschutz und Modellflug ein bisschen Hintergrundwissen zu erfahren. Zu mir, ich bin ein ganz normaler Typ, 27 Jahre, solo, lebe in einer Stadtwohnung in Landshut (Niederbayern) mit zwei kleinen Hunden (Überbleibsel aus meiner letzten langen Beziehung, ich liebe die zwei), bin Schichtarbeiter, sitz viel am PC und mein großes Hobby ist der Modellflug, der auch den Hunden ganz gut tut, da ich und sie gerne draußen in der Natur bzw. unter freiem Himmel sind. Eigentlich bin ich kein Stadtmensch, aber auch kein Naturexperte. Ich weiß nur das es mir auf ner Wiese im Sommer am besten gefällt. (So unterm Sonnenschirm, die Hunde können rumtoben, ich flieg mit dem Segler gemütlich rum usw...) Ich weiß, dass der Modellflug in Naturschutzgebieten, vor allem bei uns in den Isar-Auen befindlichen Wiesenbrütergebieten eine naturschädliche Auswirkung haben kann, und vermeide dann solche Orte auch. Aber das was heute passierte, was weder schlimm noch sonst was war, hat mich jedoch sehr beschäftigt. Am Rande des ehemaligen Truppenübungsplatzes der Bundeswehr Landshut, heute Naturschutzgebiet, hab ich mir nach einer großen Gassi-Runde mit den Hunden (das war woanders) mal schnell auf einen ca. 25 x 10m großen gefplasterten Platz mit dem Auto hingestellt, die Hunde laufen lassen, und auf eine Windstille Zeit um mit meinem neu erworbenen Flugmodell eine kleine Runde einfliegen zu können. Das Flugmodell ist ein sogenannter Shockflyer, soeiner wie letztens bei WettenDass zu sehen war, anders ausgedrückt ein Kleinmodell unter Modellflugzeugen, dass normalerweise in Turnhallen geflogen werden will. Ich bin mir vielen Sachen des deutschen Rechts bewusst, ich habe meine Hunde versichert und zahle dafür 180 Euro im Jahr zzgl. Hundesteuer ca. 120 Euro/Jahr (Katzen und Pferdehalter zahlen nichts...), ich bin für den Modellflug versichert (56 Euro im Jahr), und ich halte mich eigentlich immer ans Gesetz. Nun, da steh ich, die Hunde toben ein bisschen Rum (im Umkreis von min. hundert Metern keine anderen Hunde, Spaziergänger oder irgendwas (ich muß meine zwei "Wilden" eh immer anleinen wenn Kinder oder andere Hunde daherkommen)) und warte auf eine hoffentlich windstille Zeit am späten Nachmittag um mit dem Flugmodell ein paar Meter zu fliegen. Ich möchte kurz anfügen, dass ich mir bewusst war am Rande eines Naturschutzgebietes zu befinden, aber da das Modell höchsten 20 Meter von mir entfernt seint wird gibt es wohl nichts auszusetzen. (Im umkreis von 100 Metern gibt es keine Bäume, der nächste Wald ist ca 250m entfernt). Noch sei angefügt, dass es sich um zwei franz. Bulldoggen handelt, also wirklich keine großen Hunde, und sie den gepflasterten Platz fast nicht verlassen haben, das sie nie weit von mir weg laufen. Alles im Allem - ich konnte weder die Natur noch andere Mitmenschen mit irgendwas belästigen bzw. gefährden. Und dann - kommt ein Naturschutzbeauftragter und hält mir vor das meine Hunde angeleint sein müssen und ich hier nicht Modellfliegen darf. Gleich zwei Regelverstöße? Ich steh alleine in der Pampa und meine Hunde müssen angeleint sein und ein Minimodell darf keine paar Meter in die Luft? (wäre es ein Segler gewesen den ich hunderte Meter weit kreisen kann, würde ichs ja verstehen). Ca. 10 Meter nach Osten und ca. 30 Meter Richtung Süden könne ich meine Hunde dann frei laufen lassen, weil da kein Naturschutzgebiet mehr sei. Aha. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube das es "legal" ist auf diesem kleinen gepflasterten Platz ein Modellauto mit Verbrennermotor (laut) rumfahren zu lassen, das würde die Natur dann wirklich stören. Auch das am Sonntag nachmittag jemand mit dem Auto rumfährt um solche Verbrecher wie mich zu "verwarnen", anstatt zu Fuß oder mit dem Fahrrad in seinem Gebiet rumfährt lässt mich irgendwie nicht Glauben das ich sowas ernst nehmen soll. Leider muß ich es, Gesetzte sind ja geschrieben. Irgendwann heute kam mir dann auch die Frage, weswegen sich der Naturschutz so auf seine ausgewiesenen und unter Naturschutz stehenden Gebiete versteift, anstatt sich mehr um das weit größere Problem anzunehmen, wie da wären -Überbevölkerung -Schadstoffemissionen usw... Stattdessen ist es illegal einen kleinen Spielzeugflieger in die Luft zu lassen oder seine Hunde ein paar Meter frei laufen zu lassen. Sry, ich liebe die Natur, bzw. ich bin gerne draußen alleine unter freiem Himmel jenseits von Ortschaften, Städten und Straßen, ich lasse nie Müll zurück. Was soll das? |
|
#2
|
|||
|
|||
|
AW: Naturschutzgebiet und Modellflug, Hunde, wo bleibt da die Natur??
Hallo unbekannter Naturfreund,
(mit deinem Benutzernamen "was_soll_das" kann ich dich ja nicht gut ansprechen ...) Das ist die richtige Aufgabe für lange Winterabende, die du hier ins Forum geworfen hast: eine ernstgemeinte und stichhaltige Antwort auf die Frage "Was soll das?" zu geben, zumal du sie zuvor schon ganz richtig und treffend selbst beantwortet hast. D.h., die Rechtslage in der von dir geschilderten Situation war doch ganz eindeutig, was du auch anerkennst. Was also hat der Naturschützer falsch gemacht, bzw. was hätte er richtigerweise tun sollen? Vermutlich zuerst mal die ganze Welt retten, und erst wenn er damit fertig ist, sich mit dir befassen. Das wäre natürlich jedem in einer vergleichbaren Situation am liebsten, nur geht es ein bißchen an der Lebenswirklichkeit vorbei. Aber weil ich diese Situation gut kenne, denn ich bin selbst einer von "denen", will ich mal versuchen, die Sache ein bißchen zu beleuchten. Zunächst mal: Sieh den Naturschützer nicht als Feind an, der dir ans Leder will. In den meisten Fällen ist es wahrscheinlich ein Ehrenamtlicher, also einer, der vielleicht denselben Beruf hat wie du, auch nicht für seine Naturschutzarbeit bezahlt wird, und der sich beim Durchstreifen "seines" Gebiets vermutlich wie du alles andere gewünscht hat, als in solche Konfrontationen verwickelt zu werden. Er ist auch durch nichts weiter verpflichtet, mehr als z.B. du oder jeder andere für den Erhalt der Natur und gegen die allgemeine Zerstörung der Lebensgrundlagen zu tun, als durch seine Einsicht in die Notwendigkeit. Er hat sich also lediglich freiwillig mehr von dieser Aufgabe aufgeladen, die eigentlich jedermanns Sache ist, weil er irgendwie irgendwann tiefere Einblicke in die tatsächliche Dramatik der Lage gewonnen hat. Und daß die Lage alles andere als rosig aussieht, das bezweifelt wohl niemand. Es ist ja wohl nicht so, daß Naturschutzgebiete den kleinen Rest der noch "freien" Landschaft immer weiter einschnüren und erdrosseln. Eher wohl umgekehrt. Die nichtgeschützte Landschaft wiederum wird mit gigantischem Aufwand immer mehr nivelliert, sterilisiert, betoniert, um sie immer besser zum Fußbodenbelag und Hintergrundbild für jede Art menschlicher Interessen und Vergnügungen zu degradieren. Was ist der schöne Erfolg davon? Dem Menschen paßt das gar nicht, unterbewußt gefallen ihm die naturbelassenen Gegenden viel besser, und es zieht ihn mit seinem ganzen Lärm und Allotria traumwandlerisch sicher gerade in die empfindlichsten Ecken. Das kann einen Naturschützer schon erbittern, aber sagen wird er deswegen noch lange nichts, siehe oben. Ich z.B. betreue u.a. ein Schutzgebiet, das jährlich vielleicht von 30000 Hunden durchstreift wird, jeder einzelne ungesetzlich. Es gäbe nichts Sinnloseres, als darüber auch nur ein Wort zu verlieren. Gänzlich zum Popanz machen möchte man sich allerdings auch nicht gern bei der Naturschutzarbeit, schließlich hat man ja das gesetzliche wie auch das moralische Recht zur Seite. So bleibt es eben nicht aus, daß man eines seltenen Tages, wenn einem ein ganz offensichtlicher Verstoß geradezu provokatorisch "vor die Flinte läuft", doch mal jemanden anspricht. Wird man dabei automatisch auf Unrechtsbewußtsein und Einsicht stoßen? Eher selten, viel öfter fühlt sich der Kontrahent auf den Schlips getreten und in seinen nicht vorhandenen Rechten eingeschränkt. Hier möchte ich mal die rhetorische Gegenfrage einschieben: Was soll das? Ich selbst bin übrigens seit 20 Jahren in diesem Geschäft, und mir gelingt es mittlerweile, mich von jedem mit freundschaftlichem Handschlag zu trennen, dem ich etwas zu sagen nicht vermeiden konnte. Vollkommen befriedigend ist das trotzdem nicht unbedingt, denn ein Kampf gegen Windmühlenflügel ist und bleibt es doch, und es gehört zu den ganz seltenen Sternstunden, wenn man mal jemand zu etwas intensiverem Nachdenken über die Dinge oder sogar zu aktiver Mitarbeit anregen kann. Naturschützer sind eben auch nur Menschen, nicht jeder glänzt durch überwältigendes Charisma. Was nun die Lösung der großen und globalen Umweltprobleme betrifft: damit hat der Naturschützer vor Ort nicht mehr und nicht weniger zu tun als jeder andere Bürger auch. Explizit zuständig sind dafür haufenweise und gut bezahlte Behörden. Man darf einfach nicht alles, was nur irgendwie mit "Grün" zu tun hat oder auch nur so angestrichen daherkommt, in einen Topf schmeißen und für alles und jedes verantwortlich machen. Soweit ich es überblicke, leistet der praktische Naturschutz vor Ort seriöse und nützliche Arbeit. Je weiter man allerdings in der Hierarchie nach oben geht, desto zweifelhafter kann das in der Tat werden. Ich weiß nicht, ob deine Fragen damit beantwortet sind, hoffe aber immerhin, dir einen gewissen Blick aus der Sicht der anderen, aber keinesfalls gegnerischen Seite ermöglicht zu haben. MfG Jürgen M. |
|
#3
|
||||
|
||||
|
Naturschutzgebiet und Modellflug Hunde wo bleibt da die Natur
Dyo: Also mein Lieblingsbuch zu dem Thema ist der "GU Naturführer Heilpflanzen" Der ist recht übersichtlich und befasst sich mit Pflanzen, die auch in unserer Umgebung wachsen. Das beste ist jedoch, dass die Pflanzen nach Farben sortiert sind, was das identifizieren unheimlich erleichtert.
Cell: Also ich habe noch nie jemanden vergifftet... Vorallem weil es verdammt schwierig ist, ein Gift so zu dosieren, dass das keine ernsthafften Folgen hat. Nicht das ich überhaupt Lust dazu hätte. All: Ich hab es denke ich schonmal hier und da erwähnt, aber ich frage jetzt hier mal ganz offiziell: Wer weiß wo ich eine Alraune herbekomme? |
![]() |
| Lesezeichen |
| Stichworte |
| natur, naturschutzgebiet |
| Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1) | |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|
Ähnliche Themen
|
||||
| Thema | Autor | Forum | Antworten | Letzter Beitrag |
| Hessens zweitgrößtes Naturschutzgebiet Haderwald wird aufgelöst | Newsbot | Nachrichtenforum | 0 | 02.09.2008 06:31 |
| Ostsee bleibt Kreuzfahrt-Klo | Newsbot | Nachrichtenforum | 0 | 20.07.2008 17:55 |
| Was bleibt von Meseberg? – Eine Zwischenbilanz | Newsbot | Nachrichtenforum | 0 | 06.06.2008 18:47 |
| Teures Tropenholz bleibt ungeschützt | Newsbot | Nachrichtenforum | 0 | 16.06.2007 18:27 |
| Naturschutzgebiet Amazonas | Penzeline | Schutzgebiete | 1 | 09.12.2006 20:07 |