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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ökologen fordern Abschaffung der Flächenstilllegungsprämie


Newsbot
01.09.2006, 03:52
Greifswald (dpa) - Angesichts des Klimawandels haben Ökologen ein radikales Umdenken in der Flächennutzungspolitik der EU gefordert. In den nächsten 50 bis 100 Jahren würden in den EU-Staaten nur noch knapp ein Drittel der jetzigen Flächen für die landwirtschaftliche Produktion benötigt, sagte Rudy van Diggelen von der Universität Groningen (Niederlande) am Dienstag auf einer Tagung in Greifswald. Die Forscher forderten eine Abschaffung von Agrarsubventionen wie Flächenstilllegungsprämien oder Grünlandprämien. Denn dadurch seien Bauern verpflichtet, die Flächen nicht vollständig der Natur zu überlassen. Das verhindere, dass sich zerstörte Ökosysteme erholen.

Rund 400 Wissenschaftler beraten bis Freitag auf der 5. Europäischen Konferenz zur ökologischen Renaturierung über die Wiederherstellung von Ökosystemen in Europa. Nach Schätzungen des Trägers des Alternativen Nobelpreises, des Greifswalder Biologen Michael Succow, gibt es allein in Deutschland 10 bis 15 Prozent brach liegende Flächen, die nicht mehr bewirtschaftet werden. In Polen sei der Anteil noch höher.

«Der Klimawandel ist in vollem Gange», sagte Succow. Deshalb müssten Ökosysteme wieder in Wert gesetzt werden - möglichst so, dass sie dem Menschen nützten. Succow plädierte für die Wiederherstellung von Mooren, Auen und Seen, um die Umwelt wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Moore seien als Biomasseproduzenten mit 40 Tonnen Schilf pro Hektar zudem höchst produktive Flächen.

http://www.greenpeace-magazin.de/magazin/tagesthemen/tt_list.php?p=58175&more=1