Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hat der ehrenamtliche Naturschutz eine Zukunft?
Hallo!
ich wollte mal hören ob es auch andere mit ähnlichen gedanken gibt!
ich betätige mich im ehrenamtlichen naturschutz (biotoppflege, artenschutz) nun schon seit über 10 jahren und muss leider feststellen das die bereitschaft sich einzubringen immer mehr nachläßt. so hatten wir vor 14 tagen einen pflegeeinsatz auf einer naturschutzverbandseigenen obstwiese und die beteiligung war erschreckend gering. was auch meine motivation nicht gerade fördert. ich mach das ganze der sache wegen und um später meinen kindern gegenüber sagen zu können "ich habs versucht".
geht es anderen auch so?
grüße
Hi thoreau,
klar, das geht nicht nur Dir so.
Es ist erschreckend, wie gering teilweise die Bereitschaft ist, wenn es um ehrenamtliche & unentgeltliche Dinge geht, die einem guten Zweck dienen.
Doch wenn es die kleine Zahl an Motivierten nicht tut wird es gar nicht getan. :(
Laura
Hallihallo,
ich bin dieses Jahr in den Nabu eingetreten und werde nächstes Jahr dort aktiv mitwirken, sofern es mein 3-Schicht-Job zulässt.
Das es immer mehr an der Mitarbeit bei ehrenamtlichen Projekten mangelt liegt auch an der Entwicklung unserer Gesellschaft, da wird lieber vor dem TV gesessen und Kalwass geschaut als sich mal bissl zu engagieren. Zum kotzen!
Viele Grüße
Bender
milvus-milvus
27.12.2007, 21:03
Ich denke schon, dass noch ein kleiner Haufen an engagierten Leuten übrig bleibt.
Auch ich kenne aus eigener Erfahrung die negative Tendenz. Vor 1990 gab es in unserem kleinen Kreis 60-70 ehrenamtlich tätige Naturschutzhelfer. Davon waren 3/4 jederzeit für Pflegeeinsätze oder ähnliches zu haben. Auch heute gibt es noch eine Reihe von ehrenamtlichen Helfern im behödlichen Naturschutz. Erschreckend ist jedoch das der Altersdurchschnitt bei bereits ca. 60 Jahren und darüber liegt. Junge Leute die nachkommen kann man leider an einer Hand abzählen.
Es ist auch schwierig die richtige Motivation zu finden oder zu geben, da der staatliche Naturschutz überall in der Defensive bzw. auf dem Rückzug befindlich ist.
Gruß
milvus
der Altersdurchschnitt ist wirklich sehr hoch. Mal davon abgesehen daß mir ehrenamtliche Arbeit viel SPaß macht. Aber ein paar mehr Leute unter 30 wären schon nicht schlecht. (Nichts gegen Ü30 ;), ihr wisst wie das gemeint ist.)
Ich weiß ja nicht wie es in den 90er Jahren der Fall war aber heutzutage bekommt man von naturschutzrelevanten Tätigkeiten oder Aktionen doch auch gar nichts mehr mit. Zeitungen berichten viel zu wenig darüber. Und wenn man sich nicht selbst dafür interessiert und den ersten Schritt macht dann muss man sich nicht wundern wenn sich niemand bei Pflegeeinsätzen oder anderen Dingen meldet.
Zukunft hat er schon, denk ich, es kommt drauf an, wie wieder mehr dafür interessiert werden können, und vor allem Jugendliche..früher gab es an den Schulen jedenfalls mehr AGs für Botanik, Naturfreunde und so... und jetzt?
Wie seht ihr das?
Der NABU organisiert für Schul- und Kindergartenklassen Unterrichte im Naturschutzzentrum, zumindest hier in Chemnitz, ein wichtiger Beitrag die Kinder für die Natur zu sensibilisieren.
Ich selbst war zu Kindheitszeiten mal in einer AG "Junge Naturschützer" :D und dieses Naturbewusstsein hat sich bis heute gehalten. Von daher ist die Arbeit vom NABU so hoch einzuschätzen!
Ja, Bender- da stimm ich dir zu- auch hier (Sachsen-Anhalt) ist im Einzugsgebiet von Umweltzentren (Buch, Ronney, Burg-Blumenthal) so einiges an gezielten Aktivitäten.
Mir scheint bloss, dass dann der Faden scheinbar reisst- wenn dann das Interesse nicht schon im Kindesalter gebildet wurde. Besonders die "älteren Jugendlichen" haben das nicht mehr so als ein Lebensziel verinnerlicht.
Vielleicht kann ja mal jemand was berichten, wie das FÖJ so angenommen wird??
Hallo alle zusammen,
freut mich das doch einige sich die zeit genommen haben und hier einige zeilen geschrieben haben.
Ich würde es gut finden wenn sich auf dieser basis eine rege diskussion zu diesem thema entfachen würde, wo wir letztendlich alle was von haben.
Ich sehe das in meiner Umgebung auch so ähnlich wir schon angedeutet, es gibt ein paar ehrenamtliche aktivitäten im naturschutz welche sich historisch entwickelt haben, sprich noch aus DDR-Zeiten stammen und die auch gut besucht werden. Hier ist es schwer neue projekte einzugliedern. Und selbst die mitglieder unserer BUND-Kreisgruppe kenne ich meist nur von den mitgliedslisten, zu veranstaltungen und einsätzen kommen die wenigsten.
Grüße
Wattläufer
19.04.2008, 13:04
Hi planie,
also ich habe die Vermutung (leider keine konkreten Zahlen oder Umfragen), dass das FÖJ in letzter Zeit als eine Art "Drittlösung" angesehen wird wenn es darum geht eine gewisse Zeit zu überbrücken bevor man einen anderen/neuen Arbeitsplatz / Ausbildungsplatz gefunden hat. Nach dem Motto "Na dann eben ein FÖJ bevor ich im Lebeslauf ne Lücke habe."
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