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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : WHO bestätigt H5N1-Virus in Türkei


Christian
07.01.2006, 15:27
Hallo!
Man hat ja in den letzten Tage oft von der Bedrohung der Vogelgrippe gelesen.
Nun sind in der Türkei Menschen daran gestorben und es wurde eindeutig der H5N1-Virus dafür verantwortlich gemacht.

Ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Staaten wie Deutschland betroffen sind??:confused:






Ankara (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat türkischen Angaben zufolge bestätigt, dass zwei der in der Türkei an der Vogelgrippe gestorbenen Kinder mit dem gefährlichen Virus H5N1 infiziert waren.:eek:

Die Ergebnisse des WHO-Speziallabors in Großbritannien stimmten mit den türkischen Laborbefunden überein, sagte der türkische Gesundheitsminister Recep Akdag am Samstag in Ankara. Allerdings gebe es zurzeit «keinerlei Besorgnis», was die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch anbetrifft.

Keiner der Patienten, die derzeit in der Universitätsklinik der osttürkischen Stadt Van mit Verdacht auf Vogelgrippe behandelt werden, sei in einem kritischen Zustand. Bislang gebe es keine Bestätigung, dass sich Menschen auch in anderen Städten des Landes mit der Tierseuche infiziert hätten, sagte Akdag. Der Minister wollte im Laufe des Tages zusammen mit einer angereisten WHO-Delegation in das osttürkische Vogelgrippegebiet fliegen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Ankara starben zwei der drei Geschwister aus Dogubeyazit an der Grenze zu Iran nachweislich am gefährlichen Erreger H5N1. Bei der zuletzt gestorbenen elfjährigen Schwester sei der Befund negativ ausgefallen. Dagegen sei im Fall eines anderen der mehr als 20 Patienten in der Klinik in Van der H5N1-Virus nachgewiesen worden.

erschienen am 07.01.2006 um 12:08 Uhr
© Berliner Morgenpost





Christian

Loa Loa
08.01.2006, 22:15
Hallo Christian.Habe auch was gefunden.

Vogelgrippe nähert sich.....



Das Virus erreicht Istanbul

Die Meldungen über die Verbreitung der Vogelgrippe in der Türkei überschlagen sich. Nun wurde der Erreger auch in einem Vorort von Istanbul bei Vögeln festgestellt. Insgesamt haben sich inzwischen mindestens neun Menschen definitiv infiziert, fünf von ihnen mit dem H5N1-Virustyp.

Ankara - Einen Infektionsherd hat das türkische Landwirtschaftsministerium im europäischen Teil des Landes festgestellt. Labortests wiesen den Erreger bei Tieren in Kücükcekmece nach, einem westlichen Außenbezirk der Zehn-Millionen-Stadt Istanbul, wie die Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag berichtete. Ob es sich um den auch für Menschen gefährlichen H5N1-Virusstamm handelt, ging aus der Mitteilung des Ministeriums nicht hervor. Auch nahe der Stadt Bursa südlich von Istanbul wurde laut der Nachrichtenagentur Vogelgrippe bei Geflügel registriert.

Das Ministerium verhängte eine Urlaubssperre für seine Mitarbeiter. Fälle von Vogelgrippe seien Laborergebnissen zufolge mittlerweile in 10 der 81 Provinzen des Landes nachgewiesen worden, darunter in Istanbul, Bursa und Ankara. Insgesamt handele es sich um 15 Infektionsherde.

Nach Behördenangaben wurden jetzt auch in der türkischen Hauptstadt Ankara drei Patienten positiv auf einen einschlägigen Erreger getestet. Einem hochrangigen Beamten zufolge handelt es sich auch bei diesen Fällen um den hochgefährlichen Virustyp H5N1. Diesem fielen bereits zwei Geschwister in der osttürkischen Stadt Van zum Opfer, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt hat.
Insgesamt haben sich somit nach neuesten Angaben bis Sonntagabend mindestens neun Türken mit der Vogelgrippe infiziert, fünf von ihnen definitiv mit dem H5N1-Erreger. Neben den beiden Verstorbenen aus Dogubayazit in der südosttürkischen Provinz Van war ein fünfjähriger Junge betroffen, der im Krankenhaus von Van um sein Leben kämpft. Bei der ebenfalls verstorbenen Schwester des Geschwisterpaares sowie einem erkrankten achtjährigen Mädchen aus Van stand der Erregertyp noch nicht endgültig fest.

In der Gegend um Dogubayazit, dem Heimatort der verstorbenen Geschwister, wurden schon etwa 30.000 Vögel vorsorglich getötet, wie der türkische Fernsehsender NTV am Sonntag berichtete. Viele Dorfbewohner wehrten sich nach Behördenangaben verzweifelt dagegen, weil sie ihre Lebensgrundlage bedroht sehen. Die Sorglosigkeit der Menschen im Umgang mit infiziertem oder potentiell infiziertem Geflügel gilt Experten derzeit als der Hauptgrund für die Übertragung des Virus' auf Menschen.
Klaus Stöhr, der Chef des Influenza-Programmes der Weltgesundheitsorganisation WHO, hatte noch am Morgen in einem Interview gesagt, es gebe keine neuen Hinweise, dass das Virus sich von Mensch zu Mensch übertragen könne. "Das Gefahrenpotential hat sich nicht verändert", sagte Stöhr im NDR. Die Seuche sei in der Türkei offenbar schon viel länger verbreitet als angenommen. Ausgebreitet habe sie sich wegen eines unzureichenden Seuchenschutzes. Nach Stöhrs Angaben hat sich die Zahl der Verdachtsfälle bei Menschen in der Türkei auf 50 erhöht.

Die russischen Gesundheitsbehörden warnten am Sonntag vor Reisen in die Türkei. Touristen sollten insbesondere den Osten des Landes meiden und sich bei einer Rückkehr medizinisch untersuchen lassen, hieß in einer Empfehlung.

Insgesamt geht die WHO nun von 146 bestätigten Infektionsfällen in Kambodscha, China, Indonesien, Thailand, der Türkei und Vietnam aus. 76 Menschen sind demnach gestorben.

Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) kündigte am Wochenende an, wenn die Regierung in Ankara es wünsche, reisten sofort Virologen des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit von der Insel Riems in das südeuropäische Land. Die Wissenschaftler könnten helfen, die Krankheit rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Derweil wird in Deutschland der Ruf nach besseren Grenzkontrollen und einer erneuten Stallpflicht lauter.

Um eine Einschleppung der Erkrankung zu verhindern, plädierten Experten für verstärkte Vorsichtsmaßnahmen. "Wir brauchen schärfere Kontrollen aller Reisenden aus den Risikogebieten", sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Roland Stahl. Er betonte: "An den Flughäfen muss stärker kontrolliert werden, aber auch Bahnhöfe und Lkw-Transporte müssen schärfer von Polizei und Zoll untersucht werden."

Illegal eingeführte Lebensmittel seien die größte Gefahrenquelle, warnte der Direktor der Vogelklinik der Universität Gießen, Erhard Kaleta. Er fügte hinzu: "Wir machen am Frankfurter Flughafen bereits 24 Stunden am Tag stichprobenartige Kontrollen." Aber das reiche nicht aus. Der Leiter der Tierseuchenbekämpfung am hessischen Umweltministerium, Thomas Fröhlich, appellierte an die EU-Kommission, "die Kontrollen an den anderen europäischen Flughäfen zu erhöhen und auch die Außengrenzen besser zu prüfen".
Auch nach Einschätzung der Bundesärztekammer müssten an den Flughäfen engmaschige Kontrollen bestehen. Präsident Jörg-Dietrich Hoppe forderte: "Wir müssen uns auf den Tag X vorbereiten, an dem die Vogelgrippe auch hierzulande festgestellt wird."

"Bei milden Temperaturen kann der Vogelzug nach Deutschland schon innerhalb der nächsten Wochen einsetzen. Darauf müssen wir reagieren können", sagte er.

Spielgel online, 08.01.2006



Es ist meiner Meinung wirklich nur eine Frage der Zeit bis es auch hier in Deutschland Fälle von dem gefährlichen Virus geben wird.

Leider werden auch noch so starke Kontrollen an Flughäfen und Grenzen kein effektiver Schutz vor H5N1 sein!

Wattläufer
10.01.2006, 16:05
Hi ihr beiden!
Letzte Meldungen haben gesagt dass der Erreger mittlerweile an der türkischen Westküste in Touristengebieten aufgetreten ist.

Und nun könnte es durch Urlauber sehr sehr schnell weiter nach Westen gebracht werden.


Nun heisst es an den Flughäfen noch wachsamer zu sein.






der Wattläufer

Loa Loa
11.01.2006, 21:24
Und beim nächsten Vogelzug wird es auch wieder eine Stallpflicht für Geflügel hier in Deutschland geben.



Bis bald

Steffi
13.01.2006, 00:32
Hallo!

Hier mal der bisher aktuelle Stand über das weitere Vorgehen in Bezug auf die Vogelgrippe.

Gestern verkündete der Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) in Berlin, dass Ende Januar nach einer Expertenbewertung entschieden werden soll, ob Geflügel vom 1. März bis 30. April wieder rund um die Uhr in Ställen untergebracht werden muss.

Es kam auch zu einem Treffen zwischen Bund und Ländern, welche schärfere Zollkontrollen und eine Deklarationspflicht ankündigten.

Jedoch muss gesagt werden, dass das höchste Risiko der Ausbreitung nicht etwa im Vogelzug besteht, sondern in illegalen Importen von Geflügel und -produkten.

Wären Wildvögel die direkten Auslöser, so hätte es schon im Herbst vergangenen Jahres zu vermehrten Ausbrüchen kommen müssen. Denn aus Sibirien ziehen einige Wasservogelarten bis nach Deutschland, Frankreich und England. Und mir ist bisher aus diesen Ländern kein Auftreten des H5N1- Virus bekannt.

Ich bin gespannt wie weiter mit dieser Thematik umgegangen wird.



Steffi

Loa Loa
14.01.2006, 08:46
Also ich will gar nicht daran denken was dann hier los ist, wenn die ersten bestätigten Fälle hier in Deutschland nachgewiesen werden.

Ist Deutschland eigentlich auch Exportweltmeister im Bereich Geflügel?






Habt keine Angst!

Steffi
04.02.2006, 23:51
Hallo!

Hier die neuesten Meldungen in Bezug auf die Vogelgrippe.

Gestern teilte der Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer in Berlin mit, dass ab 1.März wieder eine bundesweite Stallpflicht eingeführt wird. Ist eine Gefährdung ehern zu erwarten, könnte der Termin auch vorverlegt werden. Diese Maßnahme soll das Einschleppen der Vogelseuche durch den Vogelzug verhindern, der sich zu einem großen Teil über der Türkei vollzieht.
Die Dauer der Stallpflicht wird erstmal auf mindestens zwei Monate angesetzt.

Zum Thema Impfstoff gibt es neue Meldungen aus den USA. Dort haben Forscher ein Schnupfenvirus gentechnisch verändert, das zumindest Mäuse vor dem H5N1 Virus schützt.
Die Forscher arbeiten weiter daran und hoffen, dass sie daraus bald einen Impfstoff entwickeln können, der Menschen vor diesem Virus schützt.

Steffi

Potto
28.02.2006, 13:10
Hallo nun, wo es auch hier in Deutschland rund geht ist es plötzlich ruhig hier geworden?
Wie kommt denn das?

Oder sind alle im Urlaub? :cool:

Werden nun wie in Frankreich die großen Geflügelbetriebe zittern müssen?



Potto